Wer hat Interesse an der Schwächung / Zerschlagung des ORF?

Naturgemäß wünschen sich etliche private Medieneigentümer eine Schwächung der Konkurrenz. Es gibt aber auch politische Kräfte, die die Kontrolle ihres Tuns durch einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk gern aus dem Weg hätten.

Damit die ORF-Journalist/innen ihrem Job als „Anwält/innen der Öffentlichkeit“ gerecht werden können, bedarf es hoher Personal- und Zeitressourcen (wie bei allen seriösen Medien).

Von ORF-Journalist/innen wird Äquidistanz zu allen Parteien verlangt. [1] Solche Äquidistanz ist mit dem journalistischen Ethos aber nur so lang vereinbar, wie Parteien für die Rechte, die Würde und den Wohlstand aller Menschen im Land Politik machen.

© rodof

Wo die viel beschworenen humanistischen Werte keine Rolle mehr spielen, weil es nur um Macht geht: Dort können Journalist/innen nicht „neutral“ reagieren. Selbst dann nicht, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung die herabsetzende oder gar menschenunwürdige Behandlung bestimmter Gruppen, Entsolidarisierung, Sozialabbau und dergleichen mehr billigt.


[1] … Sicherung der „Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Berücksichtigung der Meinungsvielfalt, die Ausgewogenheit der Programme sowie die Unabhängigkeit der Personen und Organe“ – ORF-Gesetz, §1, (3).

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